FRASER

Hallo, mein Name ist Fraser und ich musste mir den ganzen Tag diesen Quatsch von meiner Freundin anhören. Aru ist besser, er verliert nur wegen seinem Team….blablabla…nein Spaß bei Seite. Natürlich ist das Team beim Radsport ungemein wichtig. Doch ist es Froomes Schuld, wenn sein Arbeitgeber, Sky, einen besseren Job macht, als andere Teams?

Selbstverständlich nicht. Stattdessen kann ich die individuelle Klasse von Froome wert schätzen. Er ist der beste Fahrer im Feld, zumindest wenn es in Frankreich um den Sieg der größten Rundfahrt der Welt geht. Sein Training ist voll darauf ausgerichtet. Alle anderen Rennen im Kalender sind nur Beiwerk. Sein kompletter Fokus liegt auf der Tour de France 2017 und Jahr für Jahr beweist er, dass dies der beste Weg ist diese Rundfahrt zu gewinnen.

Alexandra meint Aru wäre mit besseren Teamkollegen immer noch in Gelb, doch das können wir nicht wissen. Wer weiß, ob der Italiener den Angriffen stand gehalten hätte und auf der 14. Etappe nicht auch so Zeit verloren hätte. Schließlich verlor Froome vorher auch Zeit, trotz seiner Edelhelfer, die zugegeben absolute Weltklasse sind. Zudem ist die Tour noch nicht vorbei, auch wenn ich es nicht gerne zugebe…aber in diesem Jahr wirkt Froome angreifbar und Romain Bardet, Rigoberto Uran und natürlich Aru werden in den Alpen alles versuchen ihn vom Thron zu stoßen.

Froome – eine Klasse für sich

Doch Froome wird sich nicht so einfach geschlagen gegeben. Zumal es bei einer Rundfahrt auch noch weitere Dinge gibt, die essentiell wichtig sind. Insbesondere die Zeitfahren!

Ich kann allen Argumenten von Alexandra folgen und stimme ihr auch weitestgehend zu. Doch bei einem Zeitfahren ist jeder Fahrer auf sich allein gestellt und fährt gegen die Uhr. Dabei ist niemand besser als Christopher Froome. Wie viel Vorsprung müssten seine Widersacher wohl haben, um am Ende der Tour, nach dem Zeitfahren der 20. Etappe in Marseille, vor ihm zu stehen? 45 Sekunden? 60? 90?

Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn Froome und Aru, Froome und Bardet oder sonst irgendwer die Teams wechseln würden, Christopher immer noch der lachende Sieger am Ende der Tour de France 2017 wäre. Seine Vorbereitung ist so akribisch und alles spitzt sich für ihn bei den letzten paar Etappen zu (Alpen und Zeitfahren). Persönlich kann ich es nicht erwarten die letzten Etappen der Rundfahrt zu bestaunen. Ganz besonders deswegen, weil ich letztes Jahr mit Alexandra einige der Berge selbst hoch gefahren bin und wir zum Finale in Paris sein werden.